
Erfolgsgeschichten
Proaktiv statt reaktiv: Wie ZwickRoell KI-gestützte Zolltarifierung einführt, bevor der Druck entsteht
9. Juli 2026
3 Minuten Lesezeit


Erfolgsgeschichten
9. Juli 2026
3 Minuten Lesezeit

Sonstiges
ZwickRoell ist einer der weltweit führenden Hersteller von Werkstoffprüfmaschinen und Prüfsystemen. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Lösungen für die Materialprüfung in Industrie und Forschung von der Zugprüfmaschine bis zum vollautomatisierten Prüfsystem.
Zolltarifierung produktfremder Kundenwaren
Skalierung bei wachsendem Klassifizierungsvolumen
Dokumentationstiefe manuell nicht erreichbar
Ulm, Deutschland
1800 Mitarbeiter (weltweit)

Thomas Maucher
, Zollverantwortlicher & Ausfuhrbeauftragter, ZwickRoell
Wer Werkstoffprüfmaschinen herstellt und vertreibt, klassifiziert im Zollalltag weit mehr als das eigene Produktportfolio. ZwickRoell nimmt regelmäßig Kundenwaren entgegen, die auf den eigenen Prüfsystemen getestet werden sollen, Produkte aus unterschiedlichsten Branchen, mit Spezifikationen weit außerhalb des eigenen Kerngeschäfts. Genau dort, wo jahrelange Produktkenntnis nicht weiterhilft, braucht es Klassifizierungstiefe und rechtlich belastbare Begründungen.
Thomas Maucher ist seit über 25 Jahren im Zoll- und Außenhandel tätig und seit 2012 Zollverantwortlicher und Ausfuhrbeauftragter bei ZwickRoell. Zollprüfungen hatte das Unternehmen ohne Beanstandungen überstanden. Trotzdem stellte er sich eine strategische Frage: Wie lassen sich gute Prozesse weiter verbessern in Dokumentationstiefe, Geschwindigkeit und regulatorischer Abdeckung?
Der Antrieb kam von innen. Kein Audit, kein externer Druck. Das Ziel sei klar gewesen, so Thomas Maucher: mehr Geschwindigkeit, mehr Volumen, bessere Qualität.
Ende 2024 begann Thomas Maucher, den Markt für KI-gestützte Zolltarifierung systematisch zu sondieren. Nach einem ersten Gespräch mit Leonie Althaus, Gründerin und CEO von traide AI, folgte eine intensive Testphase mit echten Artikeln aus dem ZwickRoell-Portfolio, kein Test mit Musterdaten. Andere Anbieter wurden gesichtet, keiner davon in dieser Tiefe evaluiert.
Was überzeugte: nicht nur die Klassifikationsergebnisse selbst, sondern die vollständige rechtliche Herleitung dahinter nachvollziehbar, quellenbasiert, jederzeit erklärbar. Dazu die Überzeugung, dass das Produkt sich weiterentwickelt. Das Gefühl sei da gewesen, so Thomas Maucher, dass das Produkt nicht am Ende stehe, sondern besser werde.
Strategisch relevant war außerdem die Roadmap für Exportkontrolle: traideExport, die KI-gestützte Dual-Use-Prüfung, befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung für einen Maschinenbauer mit exportkontrollrelevanten Produkten ein entscheidender Faktor.
Seit Juli 2025 setzt ZwickRoell traideCompliance produktiv ein, für Einzel- und Massentarifierung. Die IFS-Integration ist parallel zur geplanten ERP-Migration für 2027 vorgesehen.
Seit dem produktiven Start im Juli 2025 wurden über 3.000 Produkte mit einer Warentarifnummer klassifiziert bei einer Nutzungsrate von 84 Prozent. Jede Klassifizierung ist mit einer vollständigen KI-Begründung und Quellenreferenzen hinterlegt, jederzeit abrufbar und nachvollziehbar.
Die größte Veränderung liegt in der Dokumentationsqualität. Eine Begründungstiefe, die manuell nicht herzustellen wäre, das ist die Einschätzung von Thomas Maucher, der den Unterschied zu früheren Prozessen direkt vergleichen kann.
Besonders messbar ist der Unterschied bei produktfremden Kundenwaren: Artikel, die das Zollteam zum ersten Mal sieht, werden heute mit belastbarer rechtlicher Grundlage klassifiziert. Genau dort, wo Erfahrung mit dem eigenen Portfolio nicht weiterhilft, setzt die KI an.
Zur Frage, ob traide-Ergebnisse einer Zollprüfung standhalten würden, äußert sich Thomas Maucher klar: Die Herleitung sei so fundiert, dass man bei jeder Diskussion mit den Zollbehörden gut aufgestellt wäre.
▸ produktiv seit Juli 2025
▸ Über 3.000 Produkte klassifiziert, 84 % Nutzungsrate
▸ Vollständige KI-Begründung mit Quellenreferenzen für jede Klassifizierung
▸ Nachvollziehbare Tarifierung auch für produktfremde Kundenwaren
▸ Klassifizierungsergebnisse zentral dokumentiert und jederzeit abrufbar
▸ IFS-Integration geplant für 2027
▸ traideExport (Dual-Use / Exportkontrolle) aktuell in der Testphase
ZwickRoell kannte die Alternativen. Die Entscheidung fiel nach einem Praxistest mit realen Artikeln und aufgrund eines Kriteriums, das andere Anbieter im direkten Vergleich nicht erfüllen konnten: KI-gestützte Zolltarifierung mit vollständiger, rechtlich belastbarer Begründung.
Hinzu kommt die Art, wie traide AI mit Kunden kommuniziert: regelmäßige Updates, Webinare, kurze Videos zu neuen Funktionen. Das Zollteam bleibt auf dem Laufenden, ohne aktiv suchen zu müssen.
Das Vertrauen in das Produkt reicht so weit, dass traide AI bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer aus dem eigenen Kundenkreis heraus weiterempfohlen wurde. Das hätte man nicht getan, so Thomas Maucher, wenn man nicht selbst vom Produkt überzeugt wäre.
Für welche Unternehmen im Maschinenbau ist traideCompliance geeignet?
Besonders für Unternehmen mit hoher Produktvielfalt insbesondere dort, wo neben dem eigenen Portfolio auch produktfremde Waren klassifiziert werden müssen, etwa als Prüfdienstleister oder Auftragsbearbeiter. Überall, wo Klassifizierungstiefe, rechtliche Absicherung und Audit-Sicherheit entscheidend sind.
Wie funktioniert KI-Zolltarifierung ohne bestehende ERP-Integration?
traideCompliance funktioniert unabhängig vom Integrationsstand. ZwickRoell nutzt die Plattform seit Juli 2025 für Einzel- und Massentarifierung ohne direkte ERP-Anbindung. Der Einstieg und der Mehrwert sind nicht an eine bestehende Systemintegration geknüpft. Die IFS-Integration ist modular nachrüstbar und bei ZwickRoell für 2027 geplant.
Wie hilft KI bei der Klassifizierung unbekannter Produkte?
Genau hier liegt einer der größten Vorteile gegenüber manuellen Prozessen. traideCompliance analysiert Produktbeschreibungen, technische Unterlagen und URLs auch für Artikel, die erstmalig klassifiziert werden. Das Ergebnis: eine vollständig begründete Warentarifnummer, die sich auf rechtliche Quellen stützt und gegenüber Zollbehörden jederzeit erklärbar ist.
Sind KI-generierte Klassifizierungen audit-sicher?
traideCompliance liefert zu jeder Klassifizierung eine vollständige KI-Begründung mit Quellenreferenzen. Die Dokumentation ist zentral gespeichert, jederzeit abrufbar und auf eine Zollprüfung ausgelegt. Thomas Maucher, Zollverantwortlicher bei ZwickRoell mit über 25 Jahren Erfahrung im Zoll- und Außenhandel, bewertet die Herleitung als fundiert genug für jede Diskussion mit den Zollbehörden.
Welche Rolle spielt die Exportkontrolle für Maschinenbauer?
Dual-Use und Exportkontrolle sind im Maschinenbau ein wachsendes Thema. traideExport, die KI-gestützte Exportkontrolllösung von traide AI, analysiert technische Produktdaten auf Dual-Use-Relevanz und erstellt revisionssichere Reports. ZwickRoell befindet sich aktuell in der Testphase ein Schritt, der für exportkontrollrelevante Maschinenbauer strategisch relevant ist.